Was kann schon passieren?

Nervös blicke ich auf die Uhr, tippe mit meinem Fuß im Sekundentakt auf den Boden und halte die Luft an. „Wie lange kann es wohl dauern, bis sie sich endlich entschieden haben?“ Mit dem Rücken zur Wand, stehe ich in diesem wirklich schlecht belüfteten kleinen Raum am Ende des langen Korridors. Ich höre jedes einzelne Seufzen klar und deutlich und frage mich, was es zu bedeuten hat. Der Zeiger schlägt neun, die Tür öffnet sich und eine Frau, Ende 30 mit blonden Locken, streckt den Kopf heraus. Sie zwinkert mir zu und winkt mich heran.

Auf dem Weg zur Tür rätsele ich: “War es ein freundliches oder ein mitleidiges Zwinkern? Gut oder schlecht? Wollte sie mich damit besänftigen oder beglückwünschen?“ Ehe ich meinen Gedanken zu Ende denken konnte, blickte ich bereits in fünf freundliche Gesichter, setzte mich an den großen Tisch am anderen Ende und fühlte mich die ersten Sekunden des Gespräches sichtlich verloren.

Ich hörte die Worte, aber ich verstand sie nicht. Mir wurde heiß und kalt, mein T-Shirt klebte an meinem Rücken, das Atmen fiel schwer. Dann hörte ich zum ersten Mal Worte, die ich verstand: „Sie haben bestanden, herzlichen Glückwunsch.“ Schwer zu glauben, was in meinem Körper nun vorging. Jegliche Gefühle erhielten in diesem Moment Freikarten für Looping Louie und der Zuckerwattestand war im Handumdrehen ausverkauft. Die Kombination aus Achterbahn und Zuckerwatte entfachte eine leichte Übelkeit.

Nun stand ich wieder im Flur, allein mit meinen Prüfungspapieren in der Hand. So fühlt es sich also an, wenn du an dich selbst glaubst. In diesem Moment wusste ich, dass ich dazu bereit war jegliche Hürde und Prüfung in meinem Leben zu meistern.

Die Jahre vergingen und ich fand mich in einer Position wieder, die ich akzeptierte mich jedoch nicht glücklich stimmte. Aus meinen Erfahrungen wusste ich, dass man es schafft Berge zu versetzen. Ganz gleich wer an einen glaubt und wer eben nicht. Es ist ein Trugschluss zu denken, dass man Ziele nur dann erreichen kann, sobald das Umfeld damit einverstanden ist. Meines Erachtens nach, ist es sogar einfacher etwas zu erreichen, wenn niemand daran glaubt. Wichtig ist nur, dass man selbst von seinem Vorhaben überzeugt ist und zu 100% dahinter steht. Ehrgeiz und Motivation sind sehr starke Begleiter und können vieles bewirken.

Wie also schaffe ich es aus der Akzeptanz einer Situation in jene in der ich glücklich sein kann?

Eben so: einfach machen! Was kann schon passieren?

Ich habe im laufe der Jahre den Menschen zugehört, sie beobachtet. Immer wieder die selben Worte: Das ist mir zu heikel, davor habe ich Angst, das Risiko ist mir zu hoch – Was wenn ich mein Gesicht verliere? Meiner Meinung nach ist der Verlust es nicht ausprobiert zu haben höher als jedes Risiko welches eingegangen wird. Wieso haben so viele Angst davor ihr Gesicht zu verlieren? Da geht es nur um andere, aber nicht um einen selbst. Wenn ich später im Lehnstuhl an mein Leben zurückdenke, möchte ich mich nicht sagen hören: “Hätte ich mal.” Gerade in jungen Jahren ist uns nicht bewusst, dass wir zwar Zeit haben aber wiederrum keine Zeit für: “das hebe ich mir auf für später.” Jede Situation, die sich einem stellt voll auskosten und jede Erfahrung mitnehmen. Ganz egal ob Selbständigkeit, eine weite Reise, ein Wagnis – es gibt so vieles, das nicht bis später warten kann.

Und jetzt mal ehrlich – was kann schon passieren?

Aus diesem Grund, werde ich das neue Jahr mit offenen Armen empfangen. Mich jeder Angst stellen, sollte sich diese mir in den Weg stellen. Ich habe einfach all die Jahre zuvor lange genug “abgewartet”. Erst in jenem Moment, in dem ich den Mut gefasst habe mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, konnte ich vieles ändern. Sei es nun meine berufliche Situation, die Realisierung meiner Herzensprojekte oder die Liebe zum Sport. All dies wurde mir keineswegs in die Wiege gelegt und hat Monate gebraucht um verstehen, dass ich auch hinfallen muss um mit mehr Mut und Kraft wieder aufzustehen. Ganz unten bedeutet nicht aufgeben, sondern kämpfen.

Wenn ihr noch auf der Suche nach Motivation für das neue Jahr seid, dann empfehle ich euch unseren ersten Workshop zu genau diesem Thema. Schaut doch mal vorbei bei den BetterYOU Workshops.

2 Kommentare

  1. 1. Januar 2018 / 11:54

    ❤️❤️❤️genau so wie du es machst, ist es richtig. Höre nicht auf andere, sondern auf dich selbst. Ich muss es auch noch lernen, obwohl ich soooo viel älter bin als du, aber ich bin auf dem besten Weg dazu: ich stelle mich mir selbst!! Ich bin wichtig für mich. Wenn man jahrelang immer andere als wichtiger als sich selbst erachtet hat, ist die Umstellung sich selbst auch wichtig zu nehmen eine enorme Anstrengung und ich falle oft zurück in meine alten Muster. Durch dich meine Liebe Tochter bekomme ich auch immer wieder den kleinen Stups mich selbst zu betrachten und es beginnt in mir zu wachsen: ich bin wichtig. Ich liebe dich ❤️

    • 2. Januar 2018 / 10:22

      ❤️ Ich liebe dich auch. Beste Mama der Welt!

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