Mallorca – eine insel mit herz – Reisebericht

Port de Soller

Mallorca – man könnte meinen dieser Name steht im Duden als Erklärung unter dem Begriff „Vorurteil“ – oder habt ihr gerade an eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen, weiten Meer gedacht? Mallorcas Bild – besser „Malle“ wie die Insel „liebevoll“ genannt wird, spiegelt in vielen Köpfen Massentourismus, Saufgelage und Bettenburgen wider. Dies trifft nur auf den geringsten Teil der Insel, den Strandabschnitt El Arenal oder besser bekannt als „Ballermann“, zu.
Tatsächlich aber besitzt Mallorca sogar einen ganzen Gebirgszug, das Serra de Tramuntana Gebirge im Nord-Westen der Insel, von dem tiefen, weiten Meer und den unzähligen traumhaften Stränden und Buchten mal ganz abgesehen.

Seit 10 Jahren fahre ich fast jedes Frühjahr/ jeden Sommer für mindestens eine Woche nach Mallorca. In diesem Jahr (2016) habe ich im Juni drei Wochen dort verbracht und es wurde niemals langweilig, da es jede Menge Strände, Buchten, Restaurants sowie kleine Städte und Märkte zu entdecken gibt. Ob mit dem Mietwagen, zu Fuß oder per Fahrrad es gibt genug zu sehen.

Ich möchte euch gerne ein paar Impressionen und Tipps für euren anstehenden Mallorca Urlaub mit auf den Weg geben, die natürlich nicht alle in einer Woche unterzubringen sind. Dennoch könnt ihr die für euch interessantesten Tipps mit Sicherheit in euren nächsten Aufenthalt einbauen. Meine Restaurant-Empfehlungen in diesem Reisebericht sind eher „Semi-Healthy“ aber einige davon gesund für die Seele. Manchmal trägt der Teufel ein Engelskostüm und stellt sich dann eben doch in der Schlange beim Eismann an.

Mobilität auf Mallorca
Mallorca hat ein gut ausgebautes Bus-und Bahnnetz. Die einzigen Nachteile sind die langen Fahrzeiten und die Abfahrtzeiten. Nachts kommt man sehr schlecht von A nach B und ist in solchen Fällen auf Taxis angewiesen, die wiederum nicht ganz günstig sind (Beispiel Strecke Palma Airport – Soller ca. 50-60 Euro). Alle Informationen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie Bus-und Bahnfahrpläne findet ihr unter www.tib.org.

Der Mietwagen ist hier die schnellere, flexiblere und in einigen Fällen sogar günstigere Variante. Ihr seid unabhängig und spart lange Fahrtwege. Die einzelnen Städte lassen sich auf den gut ausgebauten Straßen Mallorcas sehr gut erreichen. Es gibt viele Kreisverkehre und selten einen größeren Stau. Ich habe das Fahren als sehr entspannt empfunden, muss aber dazu sagen, dass ich dafür auch 1-2 Tage gebraucht habe, denn Serpentinen und Kreisverkehre waren mir zu Beginn der Reise nicht ganz geheuer. Meinen Mietwagen habe ich über einen örtlichen Anbieter in Soller gebucht, da es hier kein Kleingedrucktes gab, was ich eventuell hätte übersehen können. Ich habe aber gehört, dass auch „Do You Spain“ günstige und faire Konditionen anbietet.

Wo schlafe ich am Besten?
Ich liebe es in meinem Urlaub die Gegend zu erkunden. Dies beginnt bei mir bereits beim Frühstück. Deshalb buche ich fast immer ein Apartment oder Studio ohne Frühstück-, Mittag- und Abendessen. Damit euer Budget nicht gesprengt wird, solltet ihr darauf achten einen Kühlschrank und eine kleine Kochmöglichkeit zur Verfügung zu haben. Tolle Fincas und Apartments findet ihr unter www.fincasmallorca.de oder www.fincallorca.de. Bei einem Hotel kann ich nur empfehlen auf die Sternekategorie und die Lage zu achten. Je kleiner das Hotel, desto sauberer und exklusiver sind sie meistens. Auf meiner diesjährigen Reise habe ich, zusätzlich zu meinem Aufenthalt im Apartment, für fünf Tage auch in einem kleinen Hostel geschlafen. Meiner Meinung nach muss es nicht immer das High-End-Class-Superior-Double-Comfort-All-Inclusive-Bitte-Noch-Ein-Wenig-Puderzucker-Hotel sein, auch schön – keine Frage, aber Land und Kultur lernt man bei einem gesetzten 5 Gänge Menü im Hotel oder im Whirlpool auf dem Zimmer eher nicht kennen.
Ihr solltet euch rechtzeitig umschauen, welche Optionen für euch in Frage kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am günstigsten ist, Flug und Hotel getrennt zu buchen. Den Flug am Besten relativ früh (ein halbes Jahr im voraus) buchen und bei den Hotels viel recherchieren. Ich buche meine Unterkünfte immer über www.booking.com.

Wo finde ich gesundes und abwechslungsreiches Essen?
Gesunde Ernährung scheint zunächst schwierig. An jeder Ecke eine Crêperia oder Gelateria. Also Süßes und Zucker soweit das Auge reicht. Sicher ist es das, was unser Auge sehen möchte und wonach unsere Gaumen verlangen, doch die Alternativen sprechen ebenso für sich, wie der leckere Crêpe mit Zimt-Zucker. Angefangen bei dem fangfrischen Fisch, dem frischen Gemüse, den Orangen und Zitronen bis hin zur Wassermelone. In jedem Restaurant gibt es mindestens ein Gericht bestehend aus dem „Pescado del día“ (Fisch des Tages), gegrilltem Gemüse und Kartoffeln. Da ich nicht gerade der größte Kartoffelfan bin, habe ich immer nach einer größeren Portion Gemüse gefragt oder anstelle der Kartoffeln einen Salat bekommen.
In den Supermärkten, auch den kleinen „Strandmärkten“, bekommt ihr fast überall bereits aufgeschnittene Wassermelone. Die Eroski-Märkte (spanische LEH-Kette) haben, meist in der Nähe des Eingangs, eine kleine Ecke mit glutenfreien und veganen Produkten. Ich habe am Anfang einige Zeit gebraucht um Produkte aus Dinkelmehl zu finden.
Tipp: Dinkelmehl heißt im spanischen „harina de espelta“.

Ein sehr fortschrittliches Restaurant in Punkto „kreative-gesunde Küche“ konnte ich in Palma ausfindig machen. Das „Café Bonaire“, in der Carrer de Bonaire, bietet tolle Salate mit Quinoa, Hähnchen und vielen anderen leckeren Toppings. Der perfekte Lunch für heiße Sommertage.

Nur mal kurz gucken – oder auch „Märkte“
Sicher, es gibt wahnsinnig viele Märkte auf Mallorca, doch im Grunde ähneln sie sich alle sehr, vor allem was das Angebot betrifft. Den bekanntesten und größten Markt findet ihr jeden Donnerstag in Inca. Die Marktstände ziehen sich durch den gesamten historischen Stadtkern und locken mit ihrem vielfältigen Angebot viele Touristen an. Hauptsächlich werden Lederwaren verkauft, aber auch Kunsthandwerk, regionale Speisen, Weine und viele weitere regionale Produkte könnt ihr dort finden.
Inca könnt ihr, aufgrund der zentralen Lage, von allen Punkten der Insel hervorragend erreichen.

Einen kleineren aber ebenso populären Markt findet ihr in Soller. Im „Tal der Orangen“ könnt ihr euch mit leckerem Honig, der traditionellen und bekannten Orangenmarmelade sowie einheimischen Kuchen, Schinken und Käse eindecken. Anschließend geht unbedingt einen Café con Leche in der kleinen Bäckerei (der Laden hat zwei Eingänge), in der Nähe der Bahnstation Soller, trinken.

Vamos a la playa
Meine Lieblingsstrände/Buchten sind Es Trenc, Port de Soller und die Bucht von Deià.

Es Trenc hat einen langen, weißen Sandstrand und wenn der Wind gut steht, sehr hohe Wellen.
Es gibt ein tolles Strandrestaurant mit sehr leckerem Essen, das allerdings auch ein wenig teurer ist.
Es lohnt sich daher eine kleine Picknick-Tasche zu packen.

Port de Soller hat eine schöne und ruhige Bucht mit einem Sandstrand, umrahmt vom Tramuntana Gebirge. Es gibt viele kleine Restaurants und Cafés sowie eine tolle Strand-Eisdiele (Giovanni L). Kreative Eissorten und sehr freundliches Personal (In Palma findet ihr ebenfalls zwei Filialen mit mehr Auswahl an Sorten) – ihr müsst unbedingt „Dulce de Leche, Popcorn und Vanilla negro“ probieren. Weiterhin könnt ihr Tretboote ausleihen, am Hafen Souvenirs für die Lieben Zuhause kaufen und zum Abschluss im „Don Pedro“ die leckeren Tapas, Salate und Burger (auch vegetarisch) kosten. Ich habe dort einen Salat mit Ziegenkäse und Walnüssen gegessen und war begeistert.

Deià ist kein klassischer Sandstrand sondern eher eine kleine Felsenbucht, in der man hervorragend Schnorcheln kann.
Das Wasser ist glasklar und schnell sehr tief. Einige kleine Anbieter offerieren ab Port de Soller kleine Bootstouren
(z.B. mit einem Katamaran, Preis ab 40 Euro) nach Deià an. Eine gute Alternative, da die Abfahrt mit dem Auto
zur Bucht mit vielen Serpentinen verbunden ist.

Palma
Kurz zusammengefasst meine Tipps für Palma: Einkaufen, Bummeln und in der Menge treiben lassen, traditionelle Churros in der Xurreria Rosaleda essen, Fahrradtour entlang der Küste auf dem vorgegebenen Fahrradweg (Fahrräder gibt es am Busbahnhof Placa d’Espanya, früh um 9 Uhr vor Ort sein, damit ihr noch ein Fahrrad bekommt – Preis ab 10 Euro/Tag + 40 Euro Pfand) und unbedingt die Altstadt besichtigen, sehr sehenswert.

Mein Fazit
Wie ihr sehen könnt ist Mallorca eine sehr facettenreiche Insel, die ihrem Ruf nicht gerecht wird. Wenn ihr also ein Angebot seht, zögert nicht und schaut euch die Insel an und macht euch ein eigenes Bild. Meiner Meinung nach lohnt sich auch ein kurzer Städtetrip nach Palma. Die Stadt hat viele tolle Spots und man kann dort einfach hervorragend shoppen und sich treiben lassen.

 

Zum Abschluss meine TOP 5

  1. Port de Valldemossa – der Hafen ist ein Traum, der Weg dorthin etwas gewöhnungsbedürftig aufgrund der engen Straßen. Nehmt Zeit mit und esst unbedingt Paella im Restaurant „Es Port“, man munkelt es sei die Beste der ganzen Insel.
    Der Weg lohnt sich!
  2. Valldemossa – eine tolle kleine Altstadt, mit einem wahnsinns Ausblick ins Tal, vielen kleinen Cafés und tollen Fotospots. Nebenbei wird Valldemossa seit 2011 in der Liste des UNESCO Weltkulturerbes geführt.
  3. Markt in Inca – Märkte im Allgemeinen faszinieren mich, man kann sich treiben lassen, stöbern und findet immer ein Souvenir. Auf dem Markt in Inca findet ihr alles was das Herz begehrt. Wenn ihr ein Objekt der Begierde ins Auge gefasst habt, dann unbedingt etwas handeln.
  4. Churros – in der Xurreria Rosaleda in Palma essen und dazu einen Café con hielo trinken. Churros sind ein traditionelles Gebäck, welches in Fett gebacken und anschließend in Zucker gewälzt wird – so gar nicht gesund, aber wahnsinnig lecker.
  5. Postkarten schreiben – für den einen oder anderen mag dies altmodisch erscheinen. So selbstverständlich wir aufgrund von Whats App, Facebook, Wlan und EU-Flatrate Nachrichten und Bilder versenden, um so größer ist die Freude über eine einfache Postkarte. Wann habt ihr zuletzt eine Postkarte von euren Liebsten im Briefkasten gehabt?

Ich hoffe, dass ihr durch meine Tipps Lust auf einen Mallorca-Trip bekommen habt, falls ihr nicht eh schon einen geplant habt.
Wenn ihr noch Fragen habt oder weitere Tipps braucht, dann schreibt mir gerne. Ich wünsche euch einen schönen Urlaub.

Calamar a la plancha Playa „Es Trenc“

Valldemossa

Viandas de Salamanca, Palma

Innenhof Palma

Crema Catalana-Kuchen

Churros in der Xurreria Rosaleda

Palma

Markt Port de Soller

Pastelaria Soller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.