Madrid – eine stadt die niemals schläft

Eine Stadt, vier Tage und jede Menge Eindrücke. Donnerstag Mittag, Flughafen Madrid-Barajas – wir betreten den U-Bahnhof der Linie 8, auf dem Weg ins Zentrum. Von Station zu Station füllen sich die Waggons, immer mehr Menschen strömen Richtung Innenstadt. Nach dem Ausstieg an der Station Gran Via gehen wir die Treppen hinauf und stehen nach wenigen Minuten mitten im Zentrum Madrids. Wahnsinn – die Gebäude, die Menschen, die Stadt, das Essen und die Temperaturen im September. Nachdem wir unsere Koffer in unserem airbnb Zimmer abgestellt haben, geht’s auf die Suche nach einem leckeren und landestypischen Mittagessen. Doch auch in einer Großstadt wie Madrid werden in vielen Läden um 14 Uhr die Rollläden heruntergelassen, der Grund? „Siesta“ – but not „forever“. Um 17 Uhr geht es auf Madrids Straßen erst so richtig los. Die Temperaturen sind mittlerweile wirklich angenehm warm, die Straßencafés und Restaurants füllen sich zunehmend. Der Geräuschpegel der Stadt steigt rapide an. Hupende Autos, laute Musik, lachende Menschen, weinende und schreiende Kinder – Großstadtfeeling pur. In Madrid gibt es, so gut wie in fast jeder größeren Stadt, neben den landestypischen Tapas auch viel Fastfood in Form von Pizza, Burger und asiatischem Streetfood. Damit ihr auch im Urlaub neben Eis und Co. mal etwas Gesundes auf dem Teller findet, schaut euch meine persönlichen Lieblingsrestaurants in Madrid an. Alle etwas anders, aber alle saulecker.

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Der Stadtteil „La Latina“

Auf den ersten Blick wirkt der kleine Stadtteil Madrids eher unauffällig. Doch hier liegt die Kunst darin, seine Umgebung genau unter die Lupe zu nehmen, denn die Schätze wahren zum Teil im Verborgenen. Nicht zu übersehen hingegen ist der wöchentliche Markt El Rastro, welcher bereits einen eigenen Google Maps Eintrag einfahren durfte. Jeden Sonntag versammeln sich Jung und Alt sowie Einheimische und Touristen von 9-15 Uhr um die Straßen des Plaza de Cascorro. Ihr trefft auf Jäger und Sammler, Genießer, Schlenderer und Bummler. Die Stände bieten Altes und Neues, von Schmuck bis Bekleidung über alte Fotoapparate, Comics bis hin zu Schlüsselanhängern aller Art ist alles dabei. Lasst euch nicht übers Ohr hauen, denn die Händler haben immer etwas Spielraum.

Mein persönliches Highlight…

sowohl kulinarisch als auch emotional, erlebte ich im „La Barca del patio“. Ein kleines unauffälliges Restaurant am Plaza de Cascorro, übrigens nur eine Parallelstraße zur U-Bahn Station „La Latina“, welches köstliche typisch spanische Tapas, Fisch- und Fleischspeisen anbietet. Als wir um 15 Uhr den Laden betraten, war dieser bereits gefüllt bis unter die Decke, Stehtische wurden dazu geholt, alle rückten enger zusammen, es wurde kuschelig. Unmittelbar nachdem wir unsere Bestellung aufgaben, baute hinter uns eine Liveband ihr Equipment auf. Lautsprecherboxen, Gitarre, Cajon, Mikrofon alles dabei.

Wir erhielten unsere Fischplatte (ich hätte mich reinlegen können), welche zuvor auf offenem Feuer gegrillt wurde, und hinter uns ertönten die ersten Klänge spanischer Musik. Man kann es sich wirklich schwer vorstellen, aber da saßen wir nun, inmitten von Einheimischen, eine riesen Portion Seafood essend, begleitet von spanischer Musik, in einer wahnsinns Lautstärke und dann fingen alle an zu tanzen, zu klatschen und zu singen. Wohl bemerkt, wir hatten inzwischen gerade einmal 16 Uhr, draußen strahlender Sonnenschein und im Lokal eine wilde Meute. Für mich war dies einer meiner emotionalsten Momente, im positiven Sinne. Ich konnte die Freudentränen nur schwer bei mir halten, also dachte ich – was soll’s und saß nun dort, weinte und lachte zugleich, freute mich darüber, dass ein so bunter Haufen sich über ein wenig spanische Musik und die gemeinsame Zeit am Sonntagnachmittag mit seinen Freunden und der Familie so freuen kann. Mir hat es die Augen geöffnet, die kleinen Momente im Leben zu genießen und offen zu sein für Emotionen und neue Erfahrungen.

Circulo de Bellas Artes

In der privaten Madrider Kulturinstitution, Gesellschaft der schönen Künste, werden Kunstausstellungen gezeigt sowie Vorträge, Kongresse, Konzerte und Buchpräsentationen abgehalten. Weiterhin gibt es ein kleines Studiokino und einen eigenen Radiosender. Doch das Highlight des Gebäudes ist die Rooftop-Bar. Aus dem siebten Stock habt ihr einen wundervollen 360 Grad Blick über Madrid. Richtung Norden erstreckt sich die Hauptverkehrs- und Einkaufsstraße „Gran Via“ mit dem prominenten Gebäude des Metropolis. Am Stadtrand erkennt ihr die Umrisse des Gebirgszuges Sierra de Guadarrama. Weiterhin könnt ihr den Retiro Park, das Prado Museum und die Bahnstation Atocha sehen. Den schönsten Blick habt ihr zu Beginn des Sonnenuntergangs und bei einbrechender Dunkelheit, wenn die Lichter die Stadt hell erstrahlen lassen.

Infos zur Rooftop Bar:

Eintritt: 4 Euro
Ab 18 Uhr bildet sich eine lange Warteschlange
Mo –  Fr von 9 – 21 Uhr, am Wochenende von 9 – 24 Uhr geöffnet
Cocktails und Snacks (Cocktailpreise 8 – 12 Euro)

Shopping in Madrid

In Madrid besteht die Gefahr, in einen regelrechten Shoppingwahn zu verfallen. Auf der „Gran Via“ findet ihr alle Geschäfte, die das Herz begehrt. Sowohl alle großen Fitness- und Sportmarken, als auch TOPSHOP, ZARA, MANGO, MANGO MAN, Primark und jegliche andere Schuh- und Bekleidungsläden. Doch auch in den Seitenstraßen befinden sich unzählige Geschäfte, die zum Kaufen anregen. Solltet ihr also nur mit Handgepäck anreisen, nehmt etwas weniger mit, denn in meinem Fall hatte ich auf der Rückreise ein deutliches Platzproblem. Die Preise sind teilweise günstiger aber überwiegend vergleichbar mit denen in Deutschland. Jedoch ist die Auswahl überragend… und ich dachte immer, dass die Auswahl in Hamburg und Berlin groß wäre, bis ich Madrid gesehen habe. Ungefähr so stelle ich mir Shopping in New York vor, dort bin ich allerdings bisher noch nicht gewesen, steht aber auch auf meiner Reiseliste.

Fazit und Empfehlung

Madrid hat mich wahrhaftig aus den Latschen geworfen. Die Stadt ist 24/7 auf Achse und schläft nie. Dank der gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetze erreicht ihr in kurzer Zeit nahezu jede beliebige Sehenswürdigkeit. An der Bahnstation am Flughafen gibt es einen großen Informationsschalter, bei dem ihr euer passendes Bahnticket kaufen könnt. Ich empfehle ein Ticket für die Zonen A&B, damit kommt ihr in Madrid sehr gut zurecht. Für ein 5 Tagesticket zahlten wir zu zweit 54 Euro und konnten in jede U- und S-Bahn sowie Busse einsteigen. Es gibt aber auch Tickets, welche euch vergünstigte Eintritte in Museen und Sehenswürdigkeiten ermöglichen. Da ich es allerdings bevorzuge, auf eigene Faust zu erkunden, nehme ich von Kombitickets meistens Abstand. Kurzum, ich habe mir ein solches Ticket nicht zugelegt. Mein Tipp: Macht euch einen groben Plan, was ihr gerne sehen möchtet, doch seid nicht enttäuscht, wenn ihr es nicht schafft. Die Stadt lädt dazu ein, sich einfach treiben und Dinge auf sich zukommen zu lassen. Für mich als durchgeplanter und organisierter Mensch war dies den ersten Tag nicht leicht, doch nach ein bis zwei Tagen passt man sich der spanischen Leichtigkeit an und genießt Flair, Sonne und Gewimmel.

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