Ich höre auf!

Die vergangenen Monate waren anstrengend und geprägt von Höhen und Tiefen.

Habe ich mir zu Beginn zwar ausgemalt, was alles auf mich zukommen wird, doch das Ausmaß wurde mir erst bewusst, als ich bereits darin verwickelt war. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen vergessen, dass hinter all den bunten Bildern harte Arbeit steckt, dass es harte Arbeit ist glücklich zu sein, dass es harte Arbeit ist seinen Weg zu gehen, auch wenn man Menschen zurücklassen muss.

Der Dezember macht mit mir in diesem Jahr etwas eigenartiges, etwas nie dagewesenes. Seit drei Wochen läuft Weihnachtsmusik rauf und runter, seit Tagen freue ich mich auf das Plätzchen backen, die Geschenke fallen in diesem Jahr sehr schmal aus und es ist das erste Mal seit Jahren, dass ich mich nicht unter Druck setze.

Ich fühle die besinnliche Zeit, war ich doch in keinem Jahr so häufig auf dem Weihnachtsmarkt wie in diesem.

Aber etwas noch viel wichtigeres neben all der Musik, den Keksen und dem Glühwein ist in diesem Jahr anders: ich höre auf, endlich auf mich verrückt zu machen, treffe Entscheidungen, die mich glücklich stimmen – dazu gehört auch „Nein“ sagen. Ich höre auf zu versuchen allen Menschen gerecht zu werden und einzusehen, dass es eben Menschen gibt, die meine Sprache nicht sprechen. Ich höre auf zu glauben, dass ich gewisse Dinge nicht schaffen kann, weil ich nicht gut genug bin, weil ich nicht erfolgreich sein kann.

Auch ich habe neben all meinen guten Ratschlägen und Motivationstipps oft das Bedürfnis nach einer helfenden Hand.

Ich habe eigentlich nie verstanden warum es Menschen gibt, die mir nichts Gutes wollen. In solch einem Fall versuche ich sogar die Wogen zu glätten und riskiere dabei mein Gesicht zu verlieren. Ich bin durch eine wirklich harte Schule gegangen, habe gelernt alleine sei zu können, habe verstanden, dass es Menschen mit guten aber auch schlechten Absichten gibt. Habe gelernt mit Schmerz umzugehen, über ihn zu sprechen. Habe gelernt zu lieben ohne mein Herz zu verlieren. Habe gelernt zu leben und dabei vom Weg abzukommen und den unbequemen Pfad zu meistern. Mein Kontingent ist nur reizbar bis zu einem gewissen Grad, auch ich benötige dann eine kurze Verschnaufspause.

Ich höre natürlich nicht auf, ich fange gerade erst an zu verstehen was man alles leisten kann, wenn man an sich glaubt und auf die richtigen Menschen trifft. Ich werde auch in Zukunft all meine Ideen umsetzen und an ihnen festhalten. Es ist nie zu spät anzufangen, eher zu früh zu glauben, dass es einfacher ist aufzugeben.

Picture by Sebastian Fuchs

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.