Hautsache glücklich

Und dann bist du 30, doch deine Haut sagt etwas anderes. “Hautsache” glücklich, mein Weg und wie wichtig dieses Gefühl für unsere innere Balance ist.

Stehst um 5 Uhr morgens auf, weil du um 8:00 Uhr einen Termin hast und weißt, dass du heute im Bad sicher eine halbe Stunde länger brauchst. Der Grund? Deine Haut.

Gestern hast du noch die neue Akne Salbe aufgetragen, in der Hoffnung am nächsten Tag mit drei Unreinheiten weniger das Haus zu verlassen. So, oder so ähnlich sahen bis vor kurzem meine Tage aus. Ich denke, es ist wirklich sinnvoll einmal etwas auszuholen.

Ich, 14 Jahre alt, ein Gesicht gezeichnet von Akne…herrlich. Damals führte mich der erste Weg zur Frauenärztin. 30 Minuten später stand ich mit einem Rezept in der Hand in der Apotheke und kaufte eine 3-Monats Packung Magnum, Valetta oder wie die Dinger auch hießen. Punktlandung – drei Monate später glich mein Gesicht dem einer Kraterlandschaft. Die Pille enthielt zu viele Gelbkorperhormone. Klar, neue Pille. Meine Oma hat immer ganz liebevoll gesagt: du musst 100% Aloe Vera nutzen, das ist das Allerheilmittel. Und kaufte mir zu jedem Anlass einen riesigen Pott Aloe Vera Gel. Neue Pille, neues Glück. So langsam besserte sich meine Haut, meine Jugend konnte also nun beginnen.

Jetzt drehe ich die Zeit ein wenig vor, zu meinem 25. Lebensjahr. Ich, wieder Single sah nicht ein, weiterhin Geld in Hormone zu investieren. Also setzte ich die Pille ab und sah drei Monate erneut aus wie 14. Glückwunsch.

Was machte ich also damals? Ich nahm die Pille erneut. Ohne mich zu informieren oder Alternativen nachzudenken. Die Haut wurde geringfügig besser. Zwischendurch hatte ich wirklich schlimme Entzündungen, die Narben hinterlassen haben. Zwischenblutungen, schlechte Laune, wenig Lust auf Sex, Migräne. Heute weiß ich, dass diese Symptome offensichtliche Nebenwirkungen waren. Die Migräne begleitete mich seit meinem 19. Lebensjahr, immer ungewiss wann die nächste ausbrechen würde. Nach dem ich dann ganze 4x die Pille wechselte und meine Frauenärztin schlussendlich mit den Schultern zuckte, entschied ich mich erneut die Pille abzusetzen. Okay schlimmer geht immer. In meiner damals letzt geglaubten Hilfe suchte ich eine Hautärztin auf. Ich begann eine Aknenormin-Kur. 1 1/2 Jahre starke Medikamente – aber verdammt sah ich gut aus.

Kleine bis nahezu gar keine Poren, kein einziger Minipickel und keine fettende Haut. Ich dachte, jetzt ist es geschafft! Ich habe nur noch ungeschminkt das Haus verlassen und konnte es selbst kaum glauben. Die Therapie neigte sich dem Ende und ich freute mich, endlich die Tabletten abzusetzen. Ein paar Wochen später sah ich schlimmer aus als vor der Therapie. Ich habe mir die ganze Zeit Vorwürfe gemacht, was denn nicht mit mir stimmen, ich falsch machen würde?! Ich habe mich also auf alle Unverträglichkeiten untersuchen lassen, die man testen lassen kann (ein ganzer Tag beim Allergologen ohne Handyempfang im Wartezimmer), habe ein großes Blutbild machen lassen (ich bin auch Blutspender und weiß daher, dass ich keinerlei Mängel habe). Schaden kann es nicht. Alles mit positivem Ergebnis. Dann folgten diverse Cremes, dann wieder keine Cremes, dann nur noch bestimmte Cremes. Ein bisschen besser wurde meine Haut durch regelmäßige Ausreinigungen und eine ausgewogene Ernährung sowie das Wechseln von Schminkpinseln & Pads. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich keine Lust mehr auf Cremes, Masken, Peelings und die sogenannten “Wundermittel” hatte. Bis ich dann von der Lichttherapie bei Frau Dr. Steinkraus erfuhr, in der Hoffnung, dass diese nun meinen Leidensweg beenden würde. Das Ergebnis wird sich in etwa einem halben Jahr zeigen und ich werde euch über Instagram auf dem Laufenden halten.

Eines weiß ich heute: ich werde keine Hormone mehr zu mir nehmen, sondern meinen Körper so agieren lassen wie er möchte, ohne „chemisch“ einzugreifen. Ich hoffe, dass ich einigen von euch ein wenig Mut machen kann und es sich lohnt weiterhin auf euren Körper zu hören und an den Erfolg zu glauben. Ihr dürft nicht vergessen, dass jeder Mensch anders ist, andere Empfindlichkeiten oder Unverträglichkeiten hat. Man kann nichts pauschalisieren, außer dass es nicht vorteilhaft ist auf Dauer in seinen Organismus einzugreifen.

Mich interessieren natürlich auch eure Meinungen und Geschichten zu diesem Thema. Ich denke, wir können alle von einander lernen und unsere Erfahrungen austauschen.

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