Part 1 | Hätte, wenn, könnte? Do it!

Schon so spät?

Ich laufe hektisch durch die Wohnung suche meine 7 Sachen zusammen, werfe alles achtlos in die Sporttasche, hechte zur Tür und stolpere aus der Wohnung. Ein typischer Montag, wie er im Buche steht – verschlafen, Zahnpasta auf meinem frisch gewaschenen Lieblingshirt, keine Milch mehr im Haus, für meinen morgendlichen Kaffee und dann auch noch das nervtötende Bohrmaschinengeräusch aus der Nachbarwohnung. Kaum trete ich aus der Haustür auf die Straße, merke ich die Regentropfen auf meinem Gesicht und werde an meinen vergessenen Schirm erinnert. Egal, keine Zeit – wie spät war es noch gleich? Verdammt, in 15 Minuten beginnt das Meeting. Warum muss das Kopfhörerkabel in solchen Situation eigentlich immer bis aufs äußerste verknotet sein? Als hätte man Fingertwist mit den Dingern gespielt. Musik wäre in diesem Moment das einzige was mir ein wenig den Stress nehmen und mich daran hindern kann, mich darüber zu ärgern, dass ich bei mittlerweile strömendem Regen meine neuen weißen Leinenschuhe trage – ganz großes Kino. Aber warum sollte ich auch daraus lernen. Es sind eben die kleinen Dinge, die sich immer wiederholen. Auf Höhe der Agentur fällt mir auf, dass mein Kollege ebenfalls mit Hackengas durch die Tür eilt. Somit entspannt sich meine derzeitige Lage wieder.
Das Meeting zieht sich wieder einmal endlos hin. Angesetzt für eine Stunde, sind wir mittlerweile bei knapp zwei angelangt und beten das 1×1 der Werbebranche nun bereits zum dritten Mal herunter.

Mal im Ernst, wie viel Zeit dabei vergoldet wird, gewisse Dinge bis auf das kleinste genau zu diskutieren.

Am Ende macht es doch nun wirklich keinen Unterschied, ob die Blume auf dem Cover Kobold- oder Elfenblau ist.

Noch eine Stunde bis zum Feierabend und ich kann mich endlich auf den Weg in Fitnessstudio begeben. Zugegeben die für mich mittlerweile schönste Zeit des Tages. Zeit für sich und seine Vorlieben haben ist das größte Glück. Glück, welches wir oftmals gar nicht schätzen und uns bei genauerer Betrachtung schier um den Verstand bringen könnte. Im Detail gesehen ist es nicht nur die Vorliebe, sondern das generelle Gut der Zeit – eine weitaus größere Macht die wir mit uns tragen. Wir bestimmen selbst, was uns wichtig genug ist um unser wohl wertvollstes Gut „Zeit“ zu investieren.

Investieren wir in Freunde, Familie oder uns selbst? Ich würde behaupte, alle drei Säulen tragen uns und keine dieser darf vernachlässigt werden. Doch genauso wenig dürfen wir uns vernachlässigen.

Viel zu oft landen wir in Situationen, in denen wir uns einreden es wäre gut für uns den Gefallen eines Freundes auszuführen oder aufgrund eines sich anbahnendem schlechten Gewissens dem Wunsch eines Bekannten zu folgen. Kommt dieser Wille aus dem Herzen, ist dies einer dem wir glauben schenken sollten. Handeln wir nur aus Angst vor einer Verurteilung, sollten wir diesem unter keinen Umständen Folge leisten. Ein wahrer Freund, eine Mutter oder auch ein Vater werfen nicht vor, sie verstehen, akzeptieren und stehen bei. Jeder trägt für sich und sein Handeln die Verantwortung. Es gibt da – leider – keine Ausnahmen, so sehr wir uns diese auch oft wünschen.

Das darf uns nicht davon abhalten etwas auszuprobieren auch wenn uns die Erfahrungen fehlen.

Hätte, wenn, könnte kann jeder. Ihr denkt, ihr macht einen Fehler? Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass es keine Fehler gibt, sondern höchstens fehlende Erfahrungen?

Wer sagt uns denn „das war ein Fehler?“. Ihr seid von eurem Wunsch, Traum oder Vorhaben dermaßen überzeugt und haltet daran fest, geht euren Weg und erreicht euer Ziel. Mit tosendem Applaus wird eure Leistung honoriert. Ihr müsst Umwege gehen? Das Ziel rückt immer weiter in die Ferne? Dann kommen die schlauen Sprüche (oftmals die der Neider) „Das hätte ich dir gleich sagen können, das es ein Fehler war“. Plötzlich glaubt ihr selbst daran. Alarmstufe rot – Fehlermeldung…wie war das noch gleich? Strg/ Alt/Entf? Klappt bei einem PC hervorragend, Task beenden und Neustart. Klappt leider nicht, wenn ihr nicht zufällig eine Hardware mit Programmierung seid. Von daher, glaubt weiter an eure Ziele und das Vorhaben, welches euch motiviert morgens mit beiden Beinen aus dem Bett zu steigen.

*Pictures by Oliver Reetz Hamburg

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