Aller Anfang ist schwer | Wie ich meine Motivation gefunden habe

Jetzt sitze ich hier vor der leeren, weißen Seite, der Tab tickert nervös vor sich her und schreit buchstäblich “schreib”. Doch ist es gar nicht so einfach meinen Weg, all die Erfahrungen die ich bisher gesammelt habe aufzuschreiben und „mal eben“ weiterzugeben. Ich bin unglaublich stolz, bereits viele von euch motiviert zu haben, so lese ich es aus euren Nachrichten und Kommentaren, die mich täglich erreichen. Ja – und genau das, ist meine Passion, meine Liebe geworden. Ich freue mich mittlerweile über jeden neuen Tag, all die positiven Erlebnisse. Auch die negativen Ereignisse kann ich mittlerweile besser wegstecken, das allerdings war vor 2 Jahren noch deutlich anders.

Wisst ihr, auch ich habe die Motivation nicht mit Löffeln gegessen, diese ist mir nicht angeboren oder in die Wiege gelegt worden.

Aber fangen wir doch erst einmal weiter vorne an. Vor ungefähr 4 Jahren warf mich eine Reihe von privaten Ereignissen ganz schön aus der Bahn. Ich wollte einfach nicht mehr, alles fühlte sich leer und wertlos an. Ich stellte mehr oder weniger mein gesamtes Leben in Frage und das mit gerade mal 25 Jahren. Das Leben kann manchmal, bitte entschuldigt die Ausdrucksweise, wirklich scheisse sein, also so richtig scheisse meine ich. Also waren, obwohl ich zu der Zeit wirklich gut in Schuss war – sowohl geistig als auch körperlich – Pizza, Chips, Schokolade und Alkohol meine besten Freunde. Ich habe meinen Kummer quasi mit jeder Tüte Chips, jedem Glas Wein und jedem Stück Schokolade ertränkt.

Sätze wie „dir kann eh keiner helfen, du bist selbst schuld, aus dir wird nie etwas“ prägten meine nächsten 2 Jahre. Ich nahm zu, meine Ausstrahlung glich einem Toastbrot und das as ich auch noch, mit Nutella, zum Frühstück. Ich hatte die Kontrolle verloren, wollte so eigentlich gar nicht sein, weinte mich in den Schlaf und betete, am nächsten Tag bitte ohne Sorgen aufzuwachen.

Meine damalige Arbeitsstelle in der Gastronomie machte es mir natürlich nicht einfacher, Croissants, Brot, Schokolade und Feierabendbier immer in greifbarer Nähe. Als mein Umfeld anfing mich zu fragen, warum ich immer so grimmig schauen würde, fing ich an mich zu hinterfragen. Allerdings zunächst temporär. Zu tief saß der Schmerz und zu gering war der Wille etwas ändern zu wollen.

Es vergingen weitere Monate und mein Sommerurlaub stand an. Also packte ich alles ein, was möglichst lang und weit aussah. Meine Motivation und das Selbstbewusstsein haben irgendwie nicht mehr in den Koffer gepasst. „Selbst schuld, bleibt ihr also zu Hause, ich komme auch sehr gut ohne euch zurecht!“

Meine Gedanken zu damaliger Zeit waren natürlich weit gefehlt.

Dann kam der Moment in dem ich merkte: Ich habe mich von mir entfernt.

Kann man sich von seinem eigenen Ich entfernen?
Oh ja, das kann man – Kilometer lagen zwischen uns, wenn nicht sogar Welten.

Der Urlaub war schön, sehr schön sogar. Die Fotos nach diesen wundervollen 3 Wochen kehrten schlussendlich mein Inneres nach außen.

Was hatte ich getan?

Saß ich also nun wieder in meiner 2 Zimmer Wohnung, die Bettdecke bis zum Hals gezogen, betrachtete die Bilder auf meinem Laptop und wurde hektisch. Meine Finger schnellten über die Tasten, vor, zurück. Ordner schließen, am liebsten löschen, Laptop aus. Mir liefen die Tränen über die Wangen, ich steigerte mich dermaßen hinein, das ich in Selbstmitleid verfloss. Ich schmiss die Decke zur Seite, holte meine Jeans aus dem Schrank, die ich zum letzten Mal vor 3 Jahren trug, und zog diese über meine Waden. Weiter kam ich nicht. Wirklich? Willst du eines dieser Klischees sein – bis du wieder in diese Jeans passt? Ja will ich! Ich will!

Ein paar Tage später ging’s los, ich meldete mich im Fitnessstudio an, entsorgte alle Süßigkeiten, leerte die Weinflasche im Ausguss. JA MAN! Ich hatte einen Entschluss gefasst, ich wollte mein altes und dann doch irgendwie neues Ich wieder zurück.

Die Wochen vergingen, ich ging regelmäßig laufen, trainierte 3-4 Mal die Woche im Studio, holte mir Tipps von Trainern, belas mich. Mein Krafttraining intensivierte sich, ich empfand Freude. Die Ernährung stellte ich um, kein Industriezucker, kein Weizen und wenig bis gar keine Süßigkeiten mehr. Dem Alkohol schwor ich ebenfalls ab.

Stattdessen landeten viel Gemüse, Fleisch und Fisch auf meinem Teller. Quark, Obst, körniger Frischkäse, Knäckebrot und ich wurden beste Freunde. Sicher keine Freundschaft fürs Leben, aber Übergangsweise (Pssst…wir verstehen uns auch heute noch blendend).

Von da an ging es bergauf. Ich schaffte es heraus, aus diesem Strudel von Selbstmitleid und Verzweiflung.

Doch jetzt kommt der Punkt an dem ich euch sagen muss, rückblickend, dass dieser Wandel nur den ersten Stein ins Rollen brachte. Plötzlich stellten sich mir neue Fragen: Bin ich glücklich in meinem Job? Will ich mich verändern? Was möchte ich überhaupt und wieso?

Mein Job in der Gastronomie war längst nicht mehr das, was ich wollte. Ich wollte zurück zu meinen Wurzeln. Ich war heiß, ich wusste endlich: ich kann, wenn ich will.

Es folgten Bewerbungsgespräche und ich hatte einen neuen Job, zurück in der Werbebranche. Ein tolles Umfeld, ich fühlte mich Zuhause – für den Moment, genauer für 2 Jahre, zwei prägende Jahre. Klar, man muss auch ein wenig Glück im Leben haben, dieses hatte ich, mit meinen Chef. Ohne ihn hätte ich den Schritt in die Selbständigkeit wohl nicht gewagt, geschweige denn geschafft. Aufgrund flexibler Arbeitszeiten und einem schnellen Ausstieg eröffneten sich Möglichkeiten.

Mit Selbstbewusstsein, meiner zurückeroberten Ausstrahlung und jeder Menge Mut und Rückenwind stieg ich also aus, oder ein?

Das ist es, was ich euch sagen möchte, es geht nicht nur um das Abnehmen sondern darum, was ihr daraus macht. Jeder hat alle Möglichkeiten, sich neu zu erfinden, andere Wege einzuschlagen oder etwas zu verändern. Das Leben ist Veränderung, Neuanfänge, Tiefschläge, Herausforderungen, Liebe, Glück und noch so vieles mehr.

An dieser Stelle und längst überfällig: Danke an alle die mich bestärkt und mir Mut zugesprochen haben. Und Danke an euch, dafür dass ich diese Gedanken mit euch teilen darf und euch damit vielleicht ein kleines Stück motivieren kann.

 

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